BISS ist Gründungsmitglied des Internationalen Netzwerks der Straßenzeitungen. Der INSP unterstützt seit 1994 Straßenmagazine weltweit, um Arbeit für Wohnungslose und Arme zu schaffen und fördert neue Projekte in Entwicklungsländern. Das Netzwerk verbindet 100 Straßenzeitungen in 40 Ländern der Erde. SNS – die Online-Nachrichtenagentur des INSP – trägt die besten Artikel des internationalen Straßenzeitungsjournalismus zusammen und bietet sozialkritische Nachrichten, Features und Fotos von unseren Medienpartnern Reuters und Inter Press Service. BISS veröffentlicht auch im Heft und auf der Homepage Geschichten aus dem Street News Service.
Seit März 2012 gilt die Kinderlähmung in Indien als überwunden. Nachdem es ein Jahr lang keine Neuinfektion mehr gab, hat die Weltgesundheitsorganisation Indien von der Liste polioendemischer Länder gestrichen. Das Leben der bereits an Polio Erkrankten ist nach wie vor ein täglicher Kampf – selbst in der IT-Hauptstadt Bangalore, dem so genannten „Silicon Valley Indiens“

Nagma Sultana, 15 Jahre alt, vor dem kleinen Zimmer ihrer Familie in den Slums von Bangalore. Sie trägt eine Beinschiene, um ihr mit Polio infiziertes Bein zu stützen. Links: Nagmas Mutter, die alleine den Haushalt führt | Foto: Simon Murphy
Mühevoll erklimmt Nagma mit ihren Krücken Stufe für Stufe des schmalen Treppenhauses. Im obersten Stockwerk betritt sie eine winzige Ein-Zimmer-Wohnung, die sie mit ihrer Mutter, ihren vier Schwestern und zwei Brüdern teilt. Der Geruch eines offenen Abwasserkanals liegt penetrant im Raum. Die schmutzigen Zementwände haben keine Fenster; das einzige Licht kommt durch die offene Tür, die in den engen Gang führt. Ein Teil des kalten Steinbodens ist mit einem dünnen Teppich bedeckt; ansonsten ist das Zimmer leer. Man hört die lauten Geräusche aus den umliegenden Straßen des Armenviertels.
Lesen Sie weiter bei »Die letzte Generation«…
Zu Hunderttausenden haben sie die Grenze überquert, per Boot, per Bus oder zu Fuß. Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs mit dem Norden sind die Südsudanesen nach Hause zurückgekehrt, um der Geburt ihrer neuen Nation beizuwohnen. Der Kampf für die Unabhängigkeit hat ein Ende, aber der Kampf ums Überleben ist für viele Rückkehrer noch lange nicht vorbei

Die Südsudanesin Sabia Leot (21) schlägt sich hochschwanger und mit drei kleinen Kindern obdachlos in Juba durch. Ihr Mann ist verschollen. | Foto: Simon Murphy
Im westlichen Randgebiet der südsudanesischen Hauptstadt Juba haben sich um die zwei Dutzend Menschen auf dem Grundstück des lokalen Anführers versammelt. Es ist ein sehr heißer Tag, die Sonne brennt unbarmherzig und die Menschen drängen sich um den einzigen großen Baum im Hof, um etwas Schatten zu bekommen. Plastikstühle für die Männer werden gebracht, die meisten Frauen und Kinder setzen sich auf eine große gewebte Matte auf den Boden. Sie versammeln sich regelmäßig, um sich gegenseitig zu unterstützen und über ihre Zukunft zu diskutieren. Einige sind schon vor Monaten zurückgekehrt, andere sind gerade angekommen. Woher sie auch gekommen sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: Sie müssen ihr Leben neu aufbauen. Lesen Sie weiter bei »Ganz von vorne anfangen«…
Bevor Harton Banda zu Malawis Straßenzeitschrift The Big Issue kam, taumelte er von einem Unglück ins nächste. Seitdem sieht er wieder eine Perspektive für sein Leben

Banda beim Verkaufen von Malawis Straßenzeitschrift »The Big Issue« | Foto: Sharon Wibabara
Als Albino geboren, hatte Banda von Anfang an eine besondere Last zu tragen. Sein ungewöhnliches Aussehen und seine blasse Hautfarbe haben ihn bereits im zarten Alter anders als andere erscheinen lassen. Und wie zu erwarten, haben unverhohlene Diskriminierungen bisher jeden seiner Schritte begleitet. „Seit ich jung war, habe ich Aufsehen erregt und Blicke von anderen Menschen angezogen”, sagt Banda. „Als ich älter wurde, stellte ich fest, dass die Menschen mich auch anders behandeln.” Lesen Sie weiter bei »Ein Tag im Leben eines Straßenmagazin-Verkäufers in Malawi«…

Annie Lennox, schottischer Popstar und HIV/AIDS-Aktivistin, zu Besuch im Big-Issue-Büro in Blantyre, Malawi | Foto: Davison Makhole
Wenn es stimmt, dass Kinder die Zukunft sind, muss die Zukunft des südostafrikanischen Binnenstaats Malawi jedem, der sich damit beschäftigt, düster erscheinen. Ein großer Teil von Malawis Nachwuchs scheint in einem nahezu aussichtslosen Kampf ums Überleben gefangen, seitdem Überflutungen und eine unermessliche Hungerkrise im Jahr 2002 viele zu einem Leben auf der Straße gezwungen haben. Während Kinder andernorts zur Schule gehen und ihre Fähigkeiten für kommende Herausforderungen ausbilden, lebt Malawis Jugend unter argen Bedingungen: Hunger, Betteln, Taschendiebstahl, Gelegenheitsjobs und Prostitution sind an der Tagesordnung. Lesen Sie weiter bei »Kinderarmut in Malawi – ein Problem mit unvorhersehbaren Auswirkungen«…