Politiker, packt es an!

BISS-Geschäftsführerin Hildegard Denninger

BISS-Geschäftsführerin Hildegard Denninger
Foto: Stephan Höck

Wir machen seit vielen Jahren im Frühjahr eine Woche Urlaub im Engadin. Mein Mann, die Kinder und deren Freunde fahren Ski, ich gehe spazieren, lese, fahre mit der Gondelbahn auf die Berge und esse Eisbecher mit Sahne.

Es ist immer schön dort, aber diesmal war es optimal: die ganze Zeit Sonnenschein, strahlend blauer Himmel, klare Luft und die Schneeverhältnisse waren noch so gut, dass man überall Ski fahren konnte. Auf der Diavolezza, meinem Lieblingsberg, waren sogar noch Liegestühle frei, sodass ich Auge in Auge mit dem Piz Palü einen Espresso trinken konnte. Man kann es hier gar nicht vermeiden, glücklich zu sein. Deshalb nehme ich mir jedes Mal vor, irgendwann einmal mit einem Bus voller BISS-Verkäufer ins Engadin zu fahren, damit sie das auch erleben können. Ich weiß nicht, ob es jemals klappt, denn auch in der Nachsaison ist die Schweiz noch sehr teuer. Was mich dann tröstet, ist, dass wir unseren Verkäufern ja nicht nur feste Arbeitsplätze und Hilfe bei der Überwindung ihrer Probleme anbieten, sondern ihnen auch die schönen Seiten des Lebens nahebringen. Unsere Verkäufer haben im Laufe der Jahre auf unseren Betriebsausflügen alle bayerischen Seen und die dazugehörigen Berge gesehen, und auch nach Berlin sind wir schon einmal gefahren.

Davon können Leiharbeiter nur träumen. Sie werden als Verfügungsmasse betrachtet, können von ihrem Lohn nicht leben und sind ausgeschlossen von allem, was das Leben lebenswert macht. Auf ihrem Buckel machen Großunternehmen Rekordgewinne, indem sie Stammpersonal ausstellen und oft dieselben Leute als Zeitarbeiter mit weniger Lohn und weniger Rechten wieder einstellen. Von diesen Gewinnen profitieren dann in der Hauptsache ein paar Großaktionäre, die Ausschüttungen in unvorstellbarer Höhe bekommen. Was für eine himmelschreiende Ungerechtigkeit!

So eine Welt wollen wir nicht! Auch wenn solch ein Verhalten nicht gegen derzeit gültige Gesetze verstößt, diese Art von Kapitalismus verstößt gegen die Menschenwürde. Arbeit wird im Vergleich hoch besteuert, die großen Vermögen und die Finanzströme werden geschont. Man gibt vor, dass das große Geld sich verflüchtigen würde, sobald man es einer Steuer unterwirft. Das ist Quatsch! Bis jetzt ist das Kapital immer dahin zurückgekommen, wo es geordnete Verhältnisse gibt. Geordnete Verhältnisse gibt es nur, wo soziale Gerechtigkeit herrscht, eine Regierung die Wertvorstellungen ihrer Bürger in Gesetzen festschreibt und dafür sorgt, dass diese auch umgesetzt werden. Hallo Politiker, packt es an, sonst seid ihr fehl am Platz und wir wählen andere!

Herzlichst


Hildegard Denninger