
BISS-Geschäftsführerin Hildegard Denninger
Foto: Stephan Höck
Neulich habe ich im Bayerischen Fernsehen eine Dokumentation gesehen, in der es darum ging, wie schlimme Erfahrungen und ein schlechtes Leben der Elterngeneration auch die Entwicklung zukünftiger Generationen negativ beeinflussen können. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das nicht nur bei den Betroffenen selbst Depressionen und andere psychische Erkrankungen auslöst, sondern sich auch die Gene verändern und so diese Dispositionen vererbt werden. Unumkehrbar ist das aber nicht. Wenn sich das Leben und das soziale Umfeld dieser Menschen zum Guten verändern, dann wirkt sich das längerfristig auch wieder positiv auf ihre Gene und die der Nachkommen aus.
In der Sendung unterschieden die Forscher zwei Typen: Löwenzahn- und Orchideenkinder. Löwenzahnkinder sind robust und kämpfen sich überall durch. Löwenzahn wächst und gedeiht, auch wenn Untergrund und Witterungsbedingungen nicht optimal sind. Orchideen hingegen sind zart und empfindlich, sie brauchen ein sonniges Plätzchen und die richtige Pflege. Wenn sie das aber haben, bringen sie wunderhübsche Blüten hervor und sind von einer unglaublichen Vielfalt und Farbenpracht. Die Schlussfolgerung aus der wissenschaftlichen Forschung ist klar: Wir müssen in unserer Gesellschaft ein gutes soziales Umfeld für möglichst viele Menschen schaffen.
Auch bei BISS gibt es Orchideenkinder – die Kinder unserer Verkäufer. Sie machen uns viel Freude! Einige dieser Kinder stehen schon auf eigenen Beinen, haben ihre Lehre abgeschlossen und arbeiten erfolgreich in ihren Berufen. Zwei studieren noch, und drei von den jüngeren haben uns gerade ihre Halbjahreszeugnisse gebracht. Es waren gute Zeugnisse, unser jüngstes Orchideenmädchen ist sogar Klassensprecherin. Wir, ihre BISS-Onkel und -Tanten, sind stolz auf die klugen, hübschen Kinder unserer Verkäufer und ihre gute Entwicklung. Es brauchte etwas Zeit, aber dann zeigten sich Erfolge. Wir nutzten die Angebote der Stadt München wie Nachhilfe, Ferien- und Familienangebote und haben diese unsererseits sinnvoll ergänzt. Beispielsweise um eine Belohnung für gute Zeugnisse, Zuschüsse zum Ferienlager aus unserem Spendentopf oder um das Versprechen, beim FC Bayern wegen einer Eintrittskarte nachzufragen, wenn ein unterschriebener Lehrvertrag vorliegt.
Man muss am Ball bleiben. Zeit, Geld und genug Lehrer für die Kinder einsetzen. Die Landesregierung bestimmt durch die Höhe der Finanzmittel den Rahmen für die Bildungspolitik. Ein guter Kultusminister muss dafür kämpfen, dass genügend Geld für Bildung zur Verfügung steht, damit auch Orchideenkinder wachsen und gedeihen können.
Herzlichst

Hildegard Denninger





