Der lange, kalte, düstere Winter hat uns alle strapaziert. Für unsere Verkäufer, von denen viele auf zugigen Plätzen oder ganz im Freien stehen, waren diese Monate besonders schlimm. Während der milde Winter 2011/2012 vom Wetter her ideal war für den Verkauf unserer Straßenzeitschrift, ist es diesmal umgekehrt gewesen. Trotzdem haben wir uns wacker gehalten! Sobald sich ein Sonnenstrahl zeigte, stieg die Laune unserer Leute und der Verkauf der Zeitschrift sprunghaft an. Ich bin stolz auf unsere tapferen, motivierten Außendienstler. Und ich habe mich gefreut, ihnen bei der letzten Verkäufersitzung – unseren Spendern sei Dank! – einen verspäteten „Osterhasen“ überreichen zu können, der ein fröhliches Lächeln auf ihre Gesichter zauberte. Trotzdem warten natürlich alle sehnsüchtigst auf den Frühling. Nicht unbedingt, weil sie, wie die vielen Radl-Begeisterten in diesem Heft, aufs Fahrrad steigen wollen, sondern weil die Sonne die Stimmung hebt und ihren geschundenen Körpern gut tut. Unter unseren Verkäufern haben wir viele Fußgänger, U- und S-Bahn-Fahrer, einige wenige Autofahrer und nur etwa ein Dutzend Fahrradfahrer. „Die meisten von uns sind doch schon froh, wenn sie ohne Probleme laufen können!“, meinte neulich einer, als ich ihm Radlfahren empfahl. Ich selbst bin fast nur mit dem Rad unterwegs. Als ich im vergangenen Jahr bei einem Überholmanöver am Fahrradkorb meines Mannes hängen geblieben und vom Rad gefallen bin, habe ich mir das Handgelenk gebrochen. Seitdem bin ich vorsichtiger geworden, aber Radfahren ist immer noch meine liebste Fortbewegungsart. Außerdem haben wir BISSler durch das soziale Projekt Dynamo Fahrradservice, unseren tollen Kooperationspartner, eine besondere Verbindung zu Fahrrädern, Fahrradmonteuren und Zweiradmechanikern. So wie man sich bei Dynamo um die Mitarbeiter kümmert und versucht, mit jedem einzelnen der Zielgruppen-Angestellten einen Weg zu finden, der ihn beruflich und persönlich weiterbringt, so wünschte ich mir, dass es auch im Großen passiert. Der soziale Betrieb ist ein praktisches Beispiel, wie eine solidarische Gesellschaft funktionieren kann. Die Schwächeren werden nicht an den Rand gedrängt, sondern mit gezielter Hilfe, Wohlwollen und Motivationsanreizen verschiedenster Art werden sie dabei unterstützt, Defizite auszugleichen. Wenn die Politiker mehr Verteilungs- und Bildungsgerechtigkeit schaffen wollen, dann dürfen sie nicht nur darüber sprechen, sondern müssen handeln und dafür auch Geld einsetzen. Es lohnt sich! Denn es bringt Sonne in die Herzen und nützt der ganzen Gesellschaft.
Herzlichst

Ihre Hildegard Denninger









