
BISS-Verkäufer Werner Dantinger an seinem Standplatz im PEP Neuperlach
Bevor ich vor einem Jahr das erste Mal meinen Koffer mit BISS-Heften öffnete, stand ich sicher fünf Minuten da und habe gezögert: Soll ich, soll ich nicht? Als gelernter Maler, der 38 Jahre in seinem Beruf und davon die letzten acht Jahre als Vorarbeiter gearbeitet hat, war ich einfach eine ganz andere Arbeit gewohnt. Ruhig und geduldig zu stehen, bis jemand kommt und mir etwas abkauft, war für mich neu und entspricht eigentlich nicht meinem Wesen.
Mittlerweile geht es aber schon fast automatisch, wobei es mir sehr geholfen hat, dass der größte Teil der Leute positiv auf uns BISS-Verkäufer reagiert und sehr nett und hilfsbereit ist. Morgens verkaufe ich am Ostbahnhof und nachmittags vorm PEP. Am Ostbahnhof ziehen in der Früh Scharen von Schulkindern an mir vorbei. Einmal fragte mich so ein etwa siebenjähriges Zwergerl nach einer BISS, gab mir zwei Euro und sagte: „Den Rest dürfen Sie behalten.“ Da musste ich lachen, so nett fand ich das.
Im PEP in Neuperlach trifft man Menschen aller Schichten, vor allem sehr viele Ausländer, auch viele junge, die in Gruppen unterwegs sind. Bis auf ein einziges Mal habe ich nur gute Erfahrungen mit ihnen gemacht; manche kaufen sogar BISS, und einmal kam einer zu mir her und hat mir eine Zigarette angeboten. Eine Kundin vom PEP ist besonders freundlich. Sie kauft mir mehrmals im Monat Zeitschriften ab, und zur Wiesnzeit hat sie mir zusätzlich zu den drei Heften, die sie gekauft hat, noch etwas für den Wiesnausflug mit meinem Sohn geschenkt. Das hat mich wirklich sehr gefreut. Ich selbst wohne auch in Neuperlach, seit ich aus meiner früheren Wohnung im Glockenbachviertel ausziehen musste. Es ist gar nicht so schlecht hier.




