„Man muss Optimist bleiben“

Wolfgang Ettlich ist Künstler. Er führte lange eine berühmte Kneipe in Schwabing, das „Heppel & Ettlich“. Bald geht er in Rente. Genau wie viele andere Menschen macht er sich Sorgen, im Alter zu verarmen

Wolfgang Ettlich könnte auf vieles verzichten, nur seine schöne Wohung aufzugeben würde ihm schwerfallen

Wolfgang Ettlich könnte auf vieles verzichten, nur seine schöne Wohung aufzugeben würde ihm schwerfallen

Im Mai werde ich 65. Ein Alter, das ich mir lange überhaupt nicht vorstellen konnte. Erst recht nicht, dass man für diese Zeit vorsorgen sollte: Ich kam 1968 mit ein paar Freunden aus Berlin nach München, wir gründeten in der Elisabethstraße eine der ersten Wohngemeinschaften in Deutschland. Vorsorge für das Alter, eine Lebensversicherung oder eine Eigentumswohnung? Fand ich total spießig, das war etwas für Kapitalisten. Wir wollten frei sein, das Leben in München genießen, ein Leben ohne Mauer und DDR-Grenze. In Berlin hatte ich noch als Briefträger gearbeitet, aber dann verlangten die Chefs, dass wir Uniform tragen und die Haare kurz schneiden sollten. Ausgerechnet in einer Zeit, wo alles um die Frage kreiste: Bist du Beatles- oder Stones-Fan? Also habe ich die Post hinter mir gelassen, wir lehnten damals jede Autorität ab und wollten uns einfach nicht ausbeuten lassen. Es ging schließlich auch ohne festen Job. Lesen Sie weiter bei »„Man muss Optimist bleiben“«…

Aufsteigen oder abstürzen

Wer auf die falsche Schule geht, bleibt vom Wohlstand ausgeschlossen. Dagegen tut der Staat zu wenig. Doch manchmal schaffen es auch Kinder aus benachteiligten Familien – wenn die Eltern mithelfen

Für Kinder wie Deniz, 10, und ihren Bruder Cem, 8, ist eigentlich kein Platz in der Bildungsrepublik Deutschland. Die Eltern stammen aus der Türkei, die Mutter spricht nur gebrochen Deutsch. Die Freunde, mit denen sie vor ihrem Wohnblock herumtoben – alle Ausländer. Die Lehrer-Wirth-Schule, die Cem besucht und die Deniz vor Kurzem verließ, liegt im ärmsten Viertel von München, der Messestadt Riem. 20 Prozent der 10000 Einwohner sind auf staatliche Stütze angewiesen, 60 Prozent haben Migrationshintergrund. Über den Kleiderhaken vor den Klassenzimmern der Lehrer-Wirth-Schule stehen fein säuberlich die Namen Rohina, Yücel und Sumeya geschrieben. Leoni oder Anja sind eher die Ausnahme. Lesen Sie weiter bei »Aufsteigen oder abstürzen«…