Wer ist eigentlich schuld daran, dass in München die Mieten so hoch sind?
Eine dunkle Erdgeschosswohnung Richtung Norden. Der Linoleumboden in der Küche schlägt Wellen, das in Brauntönen gehaltene 1970er-Jahre-Bad riecht muffig, von draußen dringt Straßenlärm herein. 55 Quadratmeter, 700 Euro. Kalt, wohlgemerkt. Und mittendrin der Immobilienmakler, der etwas von „gemütlich“, „guter Verkehrsanbindung“ und „Schnäppchen“ erzählt. Es dürfte wohl nur wenige Münchner Mieter geben, die nicht schon über eine ganze Palette solch frustrierender Wohnungsbesichtigungserlebnisse verfügen. Der Mietmarkt der bayerischen Landeshauptstadt ist der härteste der Republik.Für die Mieter, nicht die Eigentümer. Lesen Sie weiter bei »Wer mieten will, muss leiden«…
Sie wollen ja aufräumen, aber sie schaffen es nicht. Wie es zwei Messies doch noch gelungen ist, Ordnung in ihre Wohnungen zu bringen – und in ihr Leben
Ingo Schmidt* hatte lange darüber nachgedacht, wie er sich umbringen sollte. Schließlich fiel ihm ein 18-stöckiges Gebäude im Münchner Osten ein: Von dem wollte er springen. Doch dann erinnerte er sich an einen Film über Albatrosse, den er mal gesehen hatte: Diese großen, schweren Vögel stürzen sich von Klippen, um überhaupt losfliegen zu können. Knapp über dem Wasser kriegen sie die Kurve nach oben und lassen sich vom Aufwind davontragen. Lesen Sie weiter bei »Bis es sich türmt«…
Die Münchner Anwältin kämpft gegen die Ausbeutung türkischer Bauarbeiter. Die fürchten, dass sie deshalb Ärger bekommen. So muss Ulusan nicht nur das Gericht überzeugen – sondern auch ihre eigenen Klienten
Bis zum Kinn stapeln sich die dicken weißen Ordner. Gefährlich ins Rutschen gerät der Stapel, als Nihal Ulusan die Tür zum Sitzungssaal 1 des Arbeitsgerichts München aufdrückt. Die wenigen Meter bis zur ersten Stuhlreihe gelingt der Balanceakt. Dort angekommen, lässt die junge Frau die Akten geräuschlos auf einen Sessel gleiten. Die 32-Jährige mit den langen hellbraunen Haaren und den grünbraunen Augen streift sich ihre schwarze Robe über und tritt nach vorne. Lesen Sie weiter bei »Nihal Ulusans Kampf an zwei Fronten«…
Wie eine türkische Analphabetin in München Lesen und Schreiben lernt
Fatma und Mahmuriye lüpfen plötzlich ihre Pullis und Strickwesten. Sie zerren fast gleichzeitig ihre weißen Unterhemden hervor und prusten los wie zwei 15-Jährige – „Was ist ein Hemd?“, wollte die Lehrerin gerade wissen. Derart konkret fallen die Antworten im Alphabetisierungskurs des Münchner Integrationsprojekts Initiativgruppe (IG) nicht jedes Mal aus. Aber Ruth R., eine Gymnasiallehrerin im Ruhestand, die ehrenamtlich für die IG arbeitet, sorgt dafür, dass es anschaulich zugeht. Und manchmal wird es eben auch ein klein bisschen albern – dafür sorgen die Schülerinnen. Lesen Sie weiter bei »Verstehen gut, sprechen nix gut«…