Architekt Christian Herde über Schönheit und Langeweile. Und warum in München Lücken fehlen
Ist München aus architektonischer Sicht schön? Es ist auf jeden Fall eine Stadt, in der ich gern lebe und mich wohlfühle. Aber ob München schön ist oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab und hat nur am Rande etwas mit Architektur zu tun.
Macht schöne Architektur eine Stadt etwa nicht lebenswert? Doch, schon. Aber zu einer Stadt gehören nicht nur die schönen Seiten, sondern auch die Rückseiten und schmutzigen Stellen. Das ist wie bei einem Gesicht: Wenn die Nase etwas schief sitzt oder ein Pickel auf der Backe wächst, dann stört das nicht. Makellosigkeit dagegen wirkt künstlich. Damit eine Stadt wirklich lebenswert ist, braucht sie mehr als Schönheit. Wenn alles toll renoviert und vorzeigbar ist, entsteht nicht zwangsläufig Schönheit, sondern etwas wie Disneyland. Lesen Sie weiter bei »Wildnis tut einer Stadt gut«…
In München haben Immobilienmakler leichtes Spiel – sie müssen kaum etwas tun und kassieren hohe Provisionen
Immobilienmakler lieben München. Denn hier gibt es viel zu wenig Wohnungen, unverschämt hohe Mieten sowie jede Menge Gutverdiener und Zuzügler. Ein Traum. Wer sich nicht total dämlich anstellt, kann ein Vermögen verdienen – ohne sich allzu sehr anzustrengen. Maklerverbände beteuern zwar, dass sie selbst unter dem Wohnungsmangel litten, schließlich verursache er limitierte Einnahmequellen. Doch wenn die Einkünfte tatsächlich so niedrig sind, warum reißen sich dann allein in München rund 2500 Makler um Aufträge? Dagegen, dass eine Berufsgruppe mit wenig Arbeit viel Geld verdient, ist nichts einzuwenden. Soll sie nur. Lesen Sie weiter bei »Profiteure des Mangels«…
Wer ist eigentlich schuld daran, dass in München die Mieten so hoch sind?
Eine dunkle Erdgeschosswohnung Richtung Norden. Der Linoleumboden in der Küche schlägt Wellen, das in Brauntönen gehaltene 1970er-Jahre-Bad riecht muffig, von draußen dringt Straßenlärm herein. 55 Quadratmeter, 700 Euro. Kalt, wohlgemerkt. Und mittendrin der Immobilienmakler, der etwas von „gemütlich“, „guter Verkehrsanbindung“ und „Schnäppchen“ erzählt. Es dürfte wohl nur wenige Münchner Mieter geben, die nicht schon über eine ganze Palette solch frustrierender Wohnungsbesichtigungserlebnisse verfügen. Der Mietmarkt der bayerischen Landeshauptstadt ist der härteste der Republik.Für die Mieter, nicht die Eigentümer. Lesen Sie weiter bei »Wer mieten will, muss leiden«…
Neun Studenten und geistig behinderte Menschen in einer riesigen Münchner Wohnung: Sie kochen zusammen, gehen ins Kino und führen ein anstrengendes, aber lustiges Leben
Im Wohnzimmer der Wohngemeinschaft liegt die Katze Martha auf dem roten Sofa. Hannes Ponton, 33 Jahre, mag Hunde. Wenn er einen Hund sehen will, muss er die Nachbarn der Eltern besuchen, sie haben einen Terrier. Seine Mitbewohnerin Theresa Storch, 24 Jahre, kommt in sein Zimmer, trägt eine Katze mit langen Haaren auf dem Arm. Die muss häufig gebürstet werden. „Meine Oma hat ein Meerschweinchen gehabt. Schnuffi biss das Kabel der Waschmaschine durch“, erzählt Theresa. „Zisch, wusch, das Meerschweinchen geht hoch gegen die Decke, hat nicht mehr gelebt. Schnuffi bei Oma. Das war so krass. Nicht meine Oma hat das Meerschweinchen umgebracht. Das Meerschweinchen hat sich selber umgebracht. Die Waschmaschine war im Arsch.“ Lesen Sie weiter bei »Freunde im Haus und im Bauch ein Schmetterling«…