Wenn der Körper streikt

Wer krank ist, kann nicht arbeiten, so einfach ist das. Und so schwer. BISS-Verkäuferin Halina Massouras hat es erlebt. Und trotzdem nicht aufgegeben

Das Kreuz ist kaputt. Autounfall. Der Magen? Die zweite Spiegelung ist in ein paar Wochen. Der Daumen? Ein Arbeitsunfall mit dem Küchenmesser. Die Lunge? Zu lange im Kühlraum des Restaurants gestanden und keine warme Weste über das verschwitzte T-Shirt gezogen. Die Füße? „Einmal wurde ich gefragt, ob ich zu kleine Schuhe habe.“ Aber an den Schuhen lag es nicht, dass Halina Massouras nur noch in Trippelschritten vorwärtskam. Es lag daran, dass sie einfach nicht mehr konnte. Dass die Nerven in ihrem Rücken nicht mehr mitspielten, dass auch der Rest ihres Körpers nicht mehr mitspielte und dass der Alkohol sein Übriges tat. Lesen Sie weiter bei »Wenn der Körper streikt«…

Das gefühlte Todesurteil

Thomas stand mitten im Leben. Dann kam der Krebs. Der Kampf gegen ihn ist noch nicht zu Ende. Und doch sagt Thomas  heute: „Ich bin froh, dass es passiert ist“

Drei Wochen nach meinem 41. Geburtstag stürzte meine Welt ein. „Sie müssen ins Krankenhaus. Blasentumor!“, sagte meine Urologin. Ich und ein Tumor? Zum letzten Mal im Krankenhaus war ich mit 14. Seitdem hatte ich keine schweren Krankheiten oder Unfälle mehr. Ich war mir sicher: Jemand wie ich bekommt keinen Tumor. Ich mache Sport, ernähre mich gesund, rauche nicht – und jetzt das. Mir wurde schwindelig. Langsam breitete sich in meinem Kopf ein fieses Stechen aus. Ich zitterte. Vor der Praxis erste Telefonate übers Handy: Freundin, Eltern, Geschwister. Sie reagierten geschockt. Lesen Sie weiter bei »Das gefühlte Todesurteil«…

Bist du arm, stirbst du früher

Arzt und Armutsforscher Gerhard Trabert über Missstände in der medizinischen Versorgung

Wie wirkt sich Armut auf die Gesundheit aus? Professor Trabert: Es gibt eindeutig einen Zusammenhang zwischen Armut und Lebenserwartung. Für den dritten Armutsbericht der Bundesregierung hat das Robert Koch-Institut das reichste Viertel der Bevölkerung mit dem ärmsten Viertel verglichen. Das Ergebnis: Arme Frauen haben eine um acht Jahre geringere Lebenserwartung als reiche, bei armen Männern liegt die Lebenserwartung sogar um zwölf Jahre niedriger. Bei einer früheren Studie betrug der Unterschied lediglich fünf beziehungsweise zehn Jahre. Die Schere geht also immer weiter auseinander. Die Zahlen wurden dann in dem Bericht nicht verwendet. Lesen Sie weiter bei »Bist du arm, stirbst du früher«…

Wundermittel Wort

Wer krank ist, braucht einen Arzt, der sich Zeit nimmt. Dann können sogar Gespräche helfen, um schneller gesund zu werden

Rein, raus. Und zwar schnell. In deutschen Arztpraxen zählt jede Minute. Die Wartezimmer sind voll, der Umsatz muss stimmen, und für ausführliche Gespräche oder aufmunternde Worte ist kaum Zeit. Viele Patienten fühlen sich abgefertigt und alleingelassen. Offenbar fehlt etwas ganz Entscheidendes: Menschlichkeit. Schon Hippokrates, der Vater der Medizin, wusste: „Manche Patienten werden – obgleich sie sich der Bedrohlichkeit ihrer Lage bewusst sind – allein schon durch ihr gutes Einvernehmen mit ihrem Arzt wieder gesund.“ Dennoch ist Vertrauen die Ausnahme. Lesen Sie weiter bei »Wundermittel Wort«…

Behandlung ohne Bezahlung

Die Ärzte-Initiative open.med kümmert sich um kranke Menschen, die nicht versichert sind

Das Paar draußen auf der Straße schaut sich suchend um. Nirgends ein Hinweisschild. Die Frau zeigt auf die Hausnummer, wagt dann einen vorsichtigen Blick durch die großen Fenster. Sieht nicht gerade nach Arztpraxis aus. Der Mann scheint sich auch nicht sicher zu sein. Er studiert noch einmal intensiv den Flyer, den die Frau in Händen hält, und nickt. Zaghaft treten sie ein. Sofort werden sie von Elisabeth Fäßler begrüßt. Als das Paar bei der Krankenschwester Platz nimmt, atmen die beiden erleichtert auf. Langsam fällt die Anspannung ab. Lesen Sie weiter bei »Behandlung ohne Bezahlung«…