Ich mach’s noch, bestimmt!

Aber immer auf den letzten Drücker. Procrastination hat nichts mit Faulheit und
Bequemlichkeit zu tun

Lass es mich so ausdrücken“, sagt Anja: „Ich lebe nach dem Manana-Prinzip.“ Wörtlich übersetzt heißt das spanische Wort „manana“ erst einmal nur „morgen“. Zum Prinzip erhoben, bedeutet es allerdings viel mehr als das: Es bedeutet, nur vage, unverbindliche Terminzusagen zu machen und alle auf morgen, übermorgen oder gar auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu vertrösten. Anja schiebt nicht nur, wie viele Menschen das tun, unangenehme Aufgaben wie die Steuererklärung oder den Berg Bügelwäsche vor sich her, sondern nahezu alle Aufgaben und Vorhaben und selbst Dinge, die sie im Grunde gern tun würde: „Keine Ahnung, andere Leute scheinen das alles wie nebenbei zu erledigen. Lesen Sie weiter bei »Ich mach’s noch, bestimmt!«…

Worauf schwören Ärzte?

Die Bestimmungen im Gesundheitswesen machen es Ärzten schwer, sich an ihre ethischen
Grundsätze zu halten

Dr. Hans Krezdorn überlegt nicht lange. Der Internist mit Praxis in der Münchner Innenstadt beantwortet die Frage nach der Bedeutung des hippokratischen Eids sofort: „Die Grundsätze dieses Gelöbnisses sind für mich der Motor, der antreibt. Sie haben einen hohen Stellenwert. Den Patienten zuzuhören und versuchen zu helfen – das ist die Prämisse.“ Dr. Krezdorn, der rund 850 Kassenund 150 Privatpatienten betreut,muss an manchen Tagen bis zu 80 Gespräche und Behandlungen bewältigen.„Wenn man in Anbetracht dieser harten Arbeit und der extrem verschlechterten Rahmenbedingungen nicht Grundsätze hätte, denen man sich verpflichtet fühlt, würde man vor der Belastung davonlaufen. Nur wer diesen Job gern macht, hält das auf Dauer durch“, sagt der 54-Jährige. Allerdings: Wie nahezu alle Ärzte hat auch Dr. Krezdorn den Eid weder öffentlich noch im Kreis von Kollegen geleistet, jedoch mit dem Antrag auf Approbation die für Mediziner geltenden Grundsätze schriftlich bestätigt. Lesen Sie weiter bei »Worauf schwören Ärzte?«…