Arm trotz Arbeit: Beschäftigte im Niedriglohnsektor
Kurierfahrer, Putzfrauen, Wachmänner, Küchenhilfen und Verkäufer: In diesen Berufen arbeiten immer mehr Menschen für Löhne, die nicht einmal für Miete und Lebensmittel reichen. Im Niedriglohnsektor werden beispielsweise bei Frisören nur rund fünf Euro pro Stunde bezahlt. Ganz offiziell, ganz legal. „Ich bekomme einen Stundenlohn von sechs Euro. Jeder kann sich ausrechnen, dass man damit in München kaum über die Runden kommt“, sagt Thomas Lesler, der als sogenannte Servicekraft in einer Gaststätte in der Nähe des Hauptbahnhofs arbeitet. Sein Lebensstandard liegt nur einen Hauch über dem eines Hartz- IV-Empfängers. Lesen Sie weiter bei »Hauptsache, kein Hartz IV!«…
Wichtig ist, daran zu glauben, dass in jeder Krise eine Chance steckt
Die Nachricht kam nicht ganz überraschend. Die Betriebswirtin wusste, dass die Umsatzzahlen des Unternehmens nichts Gutes verhießen. Als der Chef ihr kürzlich mitteilte, dass sie demnächst einen Aufhebungsvertrag erhalten würde, war sie trotzdem geschockt. „Rein betriebswirtschaftlich ist es sinnvoll, ich fühle mich nicht ungerecht behandelt, und doch fragt man sich: warum gerade ich?“ Christine Hannemann* ist hoch qualifiziert, steht seit 15 Jahren im Berufsleben und spricht vier Sprachen. Lesen Sie weiter bei »Auf der Suche«…
Wer findet keinen Job?
Für einen Experten ist der Arbeitsmarkt dreigliedrig. Die regulären Jobs werden im ersten Arbeitsmarkt angeboten, auf dem zweiten finden Menschen mit psychischen und sozialen Einschränkungen zeitlich befristete, bezuschusste Qualifizierungs- und Arbeitsstellen. Im dritten werden behinderte Frauen und Männer in Werkstätten beschäftigt. Die Einteilung weist darauf hin, dass dieser Markt eine große Bandbreite an Angeboten und Gesuchen umfasst.Von der hochqualifizierten, spezialisierten Fachkraft bis hin zum einfachen Tagelöhner muss sich jeder behaupten, der darauf angewiesen ist, sein Dasein mit Erwerbsarbeit zu fristen. Lesen Sie weiter bei »Von Menschen und Arbeitskräften«…
Hartz IV hält seine Empfänger in der Armut
Am 1. Januar 2005 traten SGB II und SGB XII in Kraft; damals unter dem Begriff “Hartz IV”. Kritik daran gab es schon davor. Bereits in der Planungsphase äußerten Sachbearbeiter und Fachleute ihre Befürchtungen und Betroffene ihre Ängste. Dabei erschien die Zielsetzung durchaus begrüßenswert: Kosten sollten reduziert, die Bürokratie zurückgeschraubt, die Arbeitslosigkeit verringert und dadurch die Menschen aus der Einkommensarmut herausgeholt werden. Was hat sich davon erfüllt? Die Kritik an den Hartz-Gesetzen, von denen es bekanntermaßen vier gibt, will nicht verstummen. Lesen Sie weiter bei »Eigendynamik«…
Manche Menschen haben gelernt, mit wenig Geld über die Runden zu kommen
Besonders in Metropolen wie München und Berlin leben viele 30- bis 40- jährige Alleinstehende in prekären finanziellen Verhältnissen. Sie führen ein bescheidenes Leben, und viele sind damit zufrieden. “Ich habe mir schon ewig keine Klamotten mehr gekauft”, erzählt Paul Reeck. Der 30-Jährige lebt aufgrund einer psychischen Behinderung von Hartz IV. Doch der Berliner sieht keinen Grund, über seine Situation zu klagen. Man müsse nur wissen,wo man fündig wird. Lesen Sie weiter bei »Bescheidenes Dasein«…
Selektieren statt integrieren: Mangelnde Chancengleichheit führt dazu, dass die vorherrschende Gesellschaftsform abgelehnt wird
„Zurzeit reden alle von Bildung. Ich hoffe sehr, dass das nicht nur plakative Sätze sind, sondern dass sich da tatsächlich mal etwas bewegt.“ Positive Beispiele, so Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, gebe es schließlich genug. „Andere europäische Länder können es ja offensichtlich. Und während dort sehr viel mehr ins Bildungssystem investiert wird, diskutieren wir hierzulande darüber, ob das Geld, das aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen in den nächsten Jahren eingespart werden kann, auch tatsächlich im Bildungssektor verbleiben soll oder nicht. Lesen Sie weiter bei »Welche Aufgabe hat die Schule?«…
Zwei neue Projekte bieten Hilfe an …
… Jugendlichen auf Jobsuche
Jeder zweite Hauptschulabgänger steht nach einem Jahr vor dem Problem, noch keinen Ausbildungsplatz zu haben, so der Bildungsbericht 2008. Schlechtes Abschlusszeugnis, oftmals ziellose Bewerbungen – und der Start ins Berufsleben klappt nicht. „Rund 50 Prozent dieser jungen Menschen wissen gar nicht, was sie wollen, und haben nicht die richtigen Ansprechpartner zu Hause, um sich beraten zu können. Oft sind die Eltern überfordert und selbst arbeitslos“, beschreibt Toni Fischer vom Projekt Joblinge die düstere Lage. Das Projekt wurde von ihm, der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG und der Boston Consulting Group entwickelt. Lesen Sie weiter bei »Man kann etwas tun«…
Das Interview zum Schwerpunktthema mit der Armutsexpertin Ulrike Mascher,
Präsidentin des Sozialverbands VdK
Frau Mascher, wer ist in Deutschland von Armut betroffen? Ulrike Mascher: 2,5 Millionen Kinder und drei Millionen Rentner in Deutschland leben in Armut. 18 Prozent der Bundesbürger gelten mittlerweile als armutsgefährdet. Die Armut wächst in allen Altersgruppen.
Woran liegt das? Mascher: Der Grund ist, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Die Einkommen der reichsten 10 Prozent der Bevölkerung sind seit 1992 um 31 Prozent gestiegen, die Einkommen der ärmsten 10 Prozent um 13 Prozent gesunken. Lesen Sie weiter bei »Die Armut wächst in allen Altersgruppen«…