Liebend per Taufschein

Christ sein heißt, sich um seinen Nächsten zu kümmern. Ein Projekt der Caritas erspart pflegebedürftigen Senioren das Altenheim

Nächstenliebe hat für Petra Bröker auch eine verwaltungstechnische Seite. Auf ihrem Schreibtisch stapeln sich Einlegemappen und Schnellhefter, in die jede Menge Seiten eingeordnet sind. Während sie Briefe sortiert, hört sie den Anrufbeantworter ab. Sie ist von einem wichtigen Termin zurückgekehrt und möchte sichergehen, dass sie in der Zeit ihrer Abwesenheit nichts Wesentliches verpasst hat. Petra Bröker arbeitet hauptberuflich für die Caritas. Caritas ist das lateinische Wort für Nächstenliebe und der Name der großen Wohlfahrtsorganisation der katholischen Kirche. In zahlreichen Hilfsprojekten sind etwa 500 000 Frauen und Männer hauptberuflich und etwa noch einmal so viele ehrenamtlich tätig.Gemeinsam pflegen und beraten sie in Deutschland mehr als 9,7 Millionen bedürftige Jugendliche,Kranke sowie alte und behinderte Menschen. Auf jedem Schild, auf jeder Informationsbroschüre, auf jeder Visitenkarte steht neben dem Caritas-Logo „Nah. Am Nächsten“. Seit seiner Gründung im Februar 2006 leiten Petra Bröker und Barbara Fröhlich- Rausch das Modellprojekt „Wohnen & Daheim“ – für Schwabing,Milbertshofen und die angrenzenden Stadtteile. Gedacht ist es für Senioren, die „den Gang ins Altenheim vermeiden und so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben möchten“, erklärt Bröker. Die Betroffenen sind oft allein stehend oder können von ihrem Partner nicht versorgt werden, weil er selbst gebrechlich ist. In vielen Fällen leben Kinder oder Enkel nicht in unmittelbarer Nähe, um genügend Unterstützung bieten zu können. „Unsere Aufgabe ist es, ein Hilfenetz aufzubauen, das sowohl den Senioren als auch den Angehörigen Sicherheit vermittelt.“ So stehen hilfsbereite Menschen den Senioren mit Rat und Tat zur Seite, wenn es beispielsweise darum geht, eine Einkaufs- oder Haushaltshilfe einzusetzen. Auch bei beschwerlichen Behördengängen oder beim schwierigen Schriftverkehr mit Versicherungen und Krankenkassen bieten die Caritas-Mitarbeiter Hilfe an. Im Ernstfall kann rund um die Uhr ein Hausnotruf alarmiert werden. So wird den Betroffenen das beruhigende Gefühl vermittelt, dass immer jemand für sie da ist. Etwa 30 Rentner haben inzwischen einen Vertrag abgeschlossen. Petra Bröker und Barbara Fröhlich-Rausch werden in diesem Projekt tatkräftig unterstützt. „Ohne unsere freiwilligen Helfer könnten wir das alles nicht bewältigen. Deren Beweggrund ist natürlich Nächstenliebe“, sagt Bröker anerkennend.Rund 20 Ehrenamtliche, unter ihnen Hausfrauen, Frührentner und Studenten, sind derzeit dabei. Jeder von ihnen betreut einen, wegen der emotionalen Beanspruchung „höchstens zwei Kunden“, so Bröker. Je nach erteiltem Auftrag kommen die Ehrenamtlichen einmal die Woche in die Wohnung, um sich nach Befinden und Wünschen zu erkundigen. Sie selbst schaut als Projektleiterin alle drei Monate bei den einzelnen Seniorinnen und Senioren vorbei. Für Prälat Hans Lindenberger, Caritasdirektor der Erzdiözese München und Freising, bedeutet Nächstenliebe: „Unmittelbare Hilfe zu leisten bei denjenigen, die in Not geraten sind. Und vorsorglich sich dafür zu engagieren, dass Menschen nicht in Situationen geraten, die sie überfordern.“ Seine lenkende Arbeit als Vorstandsvorsitzender versteht er als „mittelbare Nächstenliebe“. „Die beiden anderen Vorstandskollegen und ich setzen unsere Energie in erster Linie dafür ein, dass solche Hilfsprojekte gefördert und ermöglicht werden.“ Aufmerksam zu machen auf soziale Probleme zählt er zu seinen zentralen Aufgaben. „Wir erleben eine hohe Bereitschaft zu spenden und zu ehrenamtlichem Engagement. Zugleich ist jedoch eine Entsolidarisierung der Gesellschaft spürbar“, stellt Prälat Lindenberger fest. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander. Die Starken müssten noch mehr den Schwächeren die Hand reichen. Um Solidarität in der Gesellschaft zu fördern, könnte seiner Meinung nach zum Beispiel der Staat mehr Anreize schaffen. Durch eine bessere finanzielle Förderung oder eine stärkere Steuerentlastung derjenigen, die sich engagieren. Um derlei Vorstöße und viele andere Anregungen zu diskutieren, kommen Verbandsvorstand, Fachkräfte und Politiker zweimal im Jahr am Runden Tisch zusammen.„Auf allen Ebenen wird um sozialpolitische Themen gerungen und nach Lösungen gesucht.“ Prälat Lindenberger ist es deshalb wichtig, den Kontakt zur Basisarbeit nicht zu verlieren. Immer wieder besucht er Einrichtungen der Caritas, auch um den Mitarbeitern zu zeigen, dass sich der Vorstand für ihr Tun interessiert. „Aber natürlich ist es ein Unterschied, ob man täglich vor Ort im Einsatz ist, oder ob man mal bei einem der Dienste einen Blick hineinwirft“, räumt er ein. Die Intensität ist eine andere. Die Helfer sind sehr nah dran an den Menschen. Petra Bröker: „Das ist einerseits sehr schön, birgt aber andererseits auch Gefahren.“ Denn Nächstenliebe kann,wie jede Art von Liebe, wehtun.Wenn zum Beispiel ein Senior stirbt oder ein Betreuer nicht mehr weiter zur Verfügung steht, weil er wegzieht, ruft das oftmals Trennungsschmerz hervor. „Aus diesem Grund sind wir sehr darauf bedacht, dass zwar ein Vertrauensverhältnis entsteht, aber eine professionelle Distanz gewahrt wird.“ Speziell bei den monatlichen Helfertreffen würden solche Themen durch Erfahrungsaustausch aufgearbeitet. Ebenso schwierig ist es oftmals bei der ersten Begegnung, das Misstrauen des Kunden gegenüber dem Caritas-Mitarbeiter zu überwinden. Manche Senioren müssen sich nach einer langen Zeit der Isolation erst wieder an menschliche Ansprache gewöhnen. Das hat Petra Bröker schon selbst erlebt. „Eine meiner Kundinnen erklärte mir beim ersten Hausbesuch, sie brauche unsere Hilfe eigentlich nicht, und der Kontakt wäre doch nur zustande gekommen, weil eine ihrer Freundinnen darauf bestanden habe.“ Dennoch schloss sie zunächst eine Art Probevertrag mit der Caritas ab. Nach zwei Monaten erklärte die Frau bei einem weiteren Hausbesuch, dass sie sehr froh sei, dass sich jetzt jemand um sie kümmere. Und sie habe die ganze Woche über noch mit keinem Menschen geredet. „Da war es bereits Donnerstag oder Freitag. Das ging mir dann schon sehr nah.“ Auch sei es bei aller Fürsorglichkeit für die Mitarbeiter nicht immer einfach zu erkennen,welche die richtige Unterstützung für die älteren Herrschaften sei, erklärt Bröker. „Wir können unsere Maßstäbe allerdings nicht an das Leben eines älteren, eventuell gebrechlichen Menschen anlegen.Wir unterstützen die Senioren in ihrem Wunsch, auch in schwierigen Zeiten in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Anders sieht es aus, wenn ein Kunde lebensbedrohlich erkrankt. Ansonsten versuchen wir mit dem Helfernetz eine Sicherheit auch bei schwerer Pflegebedürftigkeit aufzubauen“, so Bröker. Gleichzeitig aber gehört es zur prophylaktischen Caritas-Arbeit, den Senioren vor Alters- und Pflegeheimen die Angst zu nehmen. Und: „Dass man schaut, dass sie gut unterkommen und sie auch ermutigt, den Schritt ins Pflegeheim zu tun“, sagt Prälat Lindenberger. Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an.

Anuschka Schmid

Vertraglich festgelegt

„Wohnen & Daheim“ ist ein Projekt des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising, das Senioren eine Betreuung in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Der „Optionsvertrag“ für 25 Euro im Monat umfasst im Wesentlichen drei bis vier Hausbesuche im Jahr, soziale Beratung und die Vermittlung von Hilfsdiensten beispielsweise fürs Putzen oder Einkaufen. Zudem garantiert er bei Bedarf die Möglichkeit, den erweiterten „Betreuungsvertrag“ für 95 Euro im Monat abzuschließen. Dieser deckt einen wöchentlichen Hausbesuch ab sowie unter anderem einen 24-Stunden-Notruf, Bereithaltung von ambulanter Pflege, hauswirtschaftlicher Versorgung, soziale Beratung und Vermittlung von Hilfsdiensten. Das Modell-Projekt wird von der Landeshauptstadt München gefördert. Infos : Caritas-Zentrum Schwabing/Milbertshofen, Petra Bröker und Barbara Fröhlich-Rausch, Hiltenspergerstraße 80, 80769 München, Telefon: 30 00 76-14, www.caritasmuenchen.de

anusch

Wer ist eigentlich gemeint mit … Gläubiger?

zum Beispiel: Georg M.

Georg M. ist Filialleiter einer deutschen Großbank. Als Vertreter dieser Bank ist er hundertfach Gläubiger. “Das Wort hat im Volksmund einen gewissen Negativtouch, aber eigentlich ist es eine wertneutrale Bezeichnung”, erklärt Georg M. “Der Gläubiger ist derjenige, der einem anderen Geld leiht, im guten Glauben, dieses wieder zurückzubekommen. Das trifft auch auf jeden Sparbuchinhaber zu.” Im Fall des Sparbuchinhabers ist die Bank die Schuldnerin und der Kunde der Gläubiger: Er verleiht sein gespartes Geld an die Bank, die ihm dafür Zinsen zahlt und ihm das Geld zurückzahlen muss, wenn er es fordert. Andersherum ist die Bank die Gläubigerin aller Kunden, die einen Kredit bei ihr aufgenommen haben.Man kann sagen, Gläubiger und Schuldner sind die zwei Seiten einer Münze, wenn es um Geldverleih geht. So weit, so gut – und wertneutral. Problematisch wird die Wechselbeziehung zwischen Gläubiger und Schuldner erst, wenn sich abzeichnet, dass der Schuldner das geliehene Geld nicht oder nicht mehr vollständig zurückzahlen kann. “Zum Schuldner wird man heute meistens nicht überlegt oder geplant, sondern hauptsächlich über den Dispokredit. Der ist einer der aktuellen Schuldenfallen”, sagt der Filialleiter. Einen Dispokredit bekommt heute in der Regel jeder, auf dessen Girokonto zwei oder drei Gehälter regelmäßig eingegangen sind und der keine negativen Einträge bei der Schufa hat (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung). Je nach Bonität, also einem guten Ruf im Hinblick auf seine Zahlungsfähigkeit, bietet die Bank dem Kunden zusätzlich zur EC- auch eine Kreditkarte an. Georg M.: “Man hat also drei Möglichkeiten, wunderbar an Geld ranzukommen: das Girokonto, den Dispokredit, die Kreditkarte – und dann geht’s los!” Ein erstes Anzeichen dafür, dass ein Kunde in die Überschuldung rutscht, ist für die Bank oft die Bitte, den Dispokredit zu erhöhen. Die eingehenden Gelder reichen offensichtlich nicht aus, um die Schulden auf dem Girokonto zu begleichen, die durch Barabhebung oder Einkäufe mit der EC-Karte zusammengekommen sind.Manche “in der Ideenbildung findige Kunden” beschafften sich weiteres Geld, indem sie zum Beispiel die Kreditkarte einsetzen. Da die Kreditkartenabrechnung etwa zwei Wochen dauert,merke die Bank es erst später, dass die Schulden schon den Betrag übersteigen, den die Bank eigentlich gewährt. – Wie viel Minus lässt sie eigentlich zu? Was hohe Schulden sind, ist immer relativ zum Einkommen zu sehen, sagt Georg M.: “Ab dem dreifachen Nettogehalt fängt es an, spannend zu werden.” Dann jedenfalls lädt die Bank den Kunden telefonisch oder schriftlich zu einem Gespräch ein. Solche Besprechungen führt Georg M. oder einer seiner Mitarbeiter etwa drei- bis viermal die Woche. “Für uns ist es zwar Routine, aber trotzdem immer unangenehm, weil es um ein Thema geht, das dem Kunden extrem unangenehm ist, über das er nicht sprechen will.” Bei diesem persönlichen Kontakt zwischen Gläubiger und Schuldner entscheide sich gewöhnlich schon, in welche Richtung die Beziehung gehen werde, sagt Georg M.Man merke relativ schnell, mit wem man es zu tun habe: “Das geht von absoluter Peinlichkeit mit guten Vorsätzen über Hochnäsigkeit bis zu verbalen Attacken.Viele kapieren nicht, in welcher Situation sie sind.” Die Bank dagegen habe zu diesem Zeitpunkt die individuellen Möglichkeiten des Kunden bereits ausgelotet: Sie kennt die Höhe des Gehalts und die Zahl der Familienmitglieder, die versorgt werden müssen, weiß über bestehende Ratenkredite Bescheid und hat sich die bisherige Art der Kontoführung angesehen. Es geht nun um die Entscheidung, ob die Bank den Kredit weiter gewährt, um dem Schuldner über eine voraussichtlich vorübergehende Krise zu helfen. “Wir haben Richtlinien, nach denen Kredit gegeben werden darf, etwa bezüglich der Lebenshaltungskosten und der bisherigen Kontoführung. Aber natürlich entscheidet auch das Menschliche. Es kommt vor allem darauf an, ob der Schuldner einsichtig ist, das heißt, konstruktiv mit uns nach einer Lösung sucht und auch Einschränkungen akzeptiert.” In dem Fall könne man die angelaufenen Schulden zusammenrechnen und in einen Ratenkredit umwandeln, den der Kunde dann Monat für Monat abzahlt. Diese “schöne Variante” sei allerdings nur dann machbar, wenn nicht schon anderweitig Kredite, beispielsweise von Ratenkäufen oder einem Kfz-Leasing, bestehen. Sonst würde die monatliche Belastung zu hoch, und es bestehe die Gefahr, dass der Kunde wieder ins Minus rutscht. Als professionelle Gläubigerin versucht die Bank, den Kunden davon zu überzeugen, kleine Raten über einen längeren Zeitraum abzuzahlen und gleichzeitig etwas Geld auf die Seite zu legen, sei es in Form eines Sparvertrags oder für eine Altersvorsorge. Dispokredit gibt es in diesem Fall oft erst einmal nicht mehr.

Doch nicht alle Schuldner lassen sich auf die Rückzahlung in Raten ein, erklärt Georg M.Manche pochen auf weiteren Kredit oder darauf, dass die Bank den offenen Kredit weiter bestehen lässt, obwohl die Ausgaben die Einnahmen übersteigen, Lastschriften zurückgegeben oder Überweisungen nicht gezahlt werden und der Kunde beginnt, auf den Überziehungslisten der Bank zu erscheinen. “Wenn es so weit gekommen ist, übernimmt die Bank in der Regel keinen Kredit mehr, sondern ist nur noch darauf aus, die Schuld zurückzubekommen, die bei ihr besteht. Das ist die unschöne Variante: Der Kunde ist überschuldet.” Sofern der Kunde in diesem Stadium keine Lösung “aus dem Hut zaubert”, beispielsweise Verwandte, die ihm etwas leihen, leitet die Bank das Mahnverfahren ein: Das beginnt mit einer Zahlungserinnerung, der ersten Mahnung.Wenn der Schuldner daraufhin nicht zahlt, schickt die Bank eine zweite Mahnung, die schon eine Androhung der Kündigung enthält.Wenn daraufhin nichts passiert, übergibt Georg M. die Sache an die für das weitere Mahnverfahren zuständige interne Abteilung. Diese schickt dann die dritte Mahnung, mit der das Konto gekündigt und der Schuldner aufgefordert wird, den gesamten offenen Betrag innerhalb einer bestimmten Frist, meist 14 Tage, zu begleichen. Diese so genannte Fälligstellung ist die rechtliche Voraussetzung dafür, dass der Gläubiger seine Forderung gerichtlich einklagen kann. “Je nach dem Vermögen des Kunden kann es im Eskalationsfall zur Zwangsversteigerung kommen beziehungsweise zur Sicherheitenverwertung”, erklärt M. Die Sicherheitenverwertung sei heute üblicherweise eine Gehaltspfändung, das heißt der Schuldner muss einen Teil seines Gehalts an den Gläubiger abgeben, aber auch Versicherungen mit Rückkaufswert oder Spar- und Wertpapierguthaben kommen in Frage. “An das persönliche Hab und Gut geht es gewöhnlich erst, wenn nach der Verwertung dieser Sicherheiten noch weitere Salden offen bleiben und der Gerichtsvollzieher kommt”, sagt Georg M. Inwieweit die Geschäftsbeziehung zwischen Gläubiger und Schuldner in diesem Stadium noch wertfrei ist, hängt von der Professionalität der einzelnen Parteien ab. Georg M. als Vertreter der Bank ist natürlich nicht direkt als Person betroffen. Trotzdem empfinde er in vielen Fällen Mitleid mit den Leuten. Es gebe zwar durchaus die “uneinsichtigen Selbstverschulder”, aber eben auch “die Unglücksraben, die es nicht besser überblickt haben”, oder “richtige Pechvögel, die durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Todesfall in die Situation hineinkatapultiert wurden”. In den 18 Jahren Erfahrung als Banker konnte Georg M. beobachten, dass sich Kunden heute insgesamt öfter und höher verschulden als früher. Während vor zehn Jahren noch fast nur junge Leute die Kontrolle über ihre Ausgaben verloren hätten, geraten heute auch immer mehr ältere Kunden durch Ratenkäufe in die Schuldenfalle. Das Wohlfahrtsdenken habe sich geändert, sagt Georg M., die viele Werbung wecke Bedürfnisse, aber auch die Kreditpolitik der Banken spiele eine Rolle: “Kredite bringen eine starke Kundenbindung, und natürlich verdienen die Banken – trotz mancher Ausfälle – gut daran.” Kredite und Darlehen sind nach Meinung des Bankers ein für beide Seiten sinnvolles Produkt, vergleichbar mit einem schnellen Auto:Man müsse nur richtig damit umgehen und nicht leichtsinnig werden, dann passiere auch nichts.Wichtig sei insbesondere, nicht an den Kosten für eine zusätzliche Lebens-, Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherung zu sparen. Denn die finanziellen Folgen von Schicksalsschlägen können Schuldner oder ihre Familien leicht in Bedrängnis bringen. Es sei ein großer Fehler, an diesen Ausgaben zu sparen: “Beim Autokauf lässt schließlich auch keiner die Airbags und das ESP ausbauen, damit das Auto billiger wird.”
Simone Kayser