Der Sog

Wer es nicht schafft, einen neuen Job zu finden, ist über Hartz IV in einem Jahr ganz unten angelangt

Im Pfarrheim St. Rupert an der Gollierstraße im Münchner Westend treffen sich alle zwei Wochen Menschen, die von Hartz IV leben, Treffpunkte wie dieser gehören zu einer bedrohten Art. In den vergangenen Jahren hat man viele von ihnen geschlossen. Nicht weil die Nachfrage gefehlt hätte, sondern weil die Sozialbudgets der Träger zusammengestrichen wurden. Das Pfarrheim ist ein recht neues Haus. Luftig sieht es aus, mit einer Glasfront zur Straße hin. Im ersten Stock, neben der Tür zum Saal, zieht sich ein Riss durch die Mauer. Er hat die Form einer absteigenden Treppe. Aber dies ist kein Ort für Symbole, sondern einer, an dem Besteck und Geschirr klappert, Frühstückszeit. Die Tische sind in einem großen Viereck aufgestellt, man sitzt sich gegenüber, unterhält sich mit den Nachbarn. Eine junge Frau Lesen Sie weiter bei »Der Sog«…

Die Keimzelle

Sind die Hoffmanns gerade dabei, sich gesellschaftlich neu zu positionieren?

Da sitzt sie nun am Küchentisch, die so genannte Keimzelle der Gesellschaft. Die Hoffmanns sind eine Bilderbuchfamilie, die sich aus drei Gründen daran gewöhnen musste, auf eher kargem Boden zu sprießen: Das Ehepaar hat drei Kinder, die Familie wohnt in München zur Miete, und den Eltern war es wichtig, dass jemand zu Hause ist, wenn der Nachwuchs aus der Schule kommt. Karl Hoffmann, Mitte 50, war Facharbeiter in einem gut gehenden Handwerksbetrieb. Regine Hoffmann, Mitte 40, hat mit abgeschlossenem Studium als freie Mitarbeiterin Schreibarbeiten von zu Hause aus erledigt. Jeder Cent, der nach Abzug der Fix- und Lebenshaltungskosten übrig blieb, wurde in die Kinder investiert; in  die Entfaltung ihrer Persönlichkeit Lesen Sie weiter bei »Die Keimzelle«…